Nährstoffrückgang in Obst und Gemüse

Der Nährstoffgehalt von Gemüse und Obst nimmt ab

Der Nährstoffgehalt von Gemüse und Obst ist in den letzten 50 bis 100 Jahren bedeutend zurückgegangen. Das belegen mehrere Studien.


Der Verdünnungseffekt

1981 haben Jarrell und Beverly erstmals den sogenannten Verdünnungseffekt nachgewiesen: Sie haben gezeigt, dass der Ertrag seit den 1940er Jahren durch den Einsatz von Düngemitteln und anderen Maßnahmen enorm gestiegen, die Konzentration von Mineralien und Nährstoffen in den Pflanzen jedoch gesunken ist. Damit haben sie zum ersten Mal einen negativen Zusammenhang zwischen Ertrag und Nährstoffgehalt bei verschiedenen Gemüse-, Getreide- und Obstsorten belegt. 

Wie kommt der Verdünnungseffekt zustande? 
Die Pflanzen sammeln mehr Masse an, liefern also mehr Ertrag. Die Menge der enthaltenen Nährstoffe jedoch bleibt gleich. Die Folge: 100 Gramm ertragreiche Pflanzen enthalten weniger Nährstoffe als 100 Gramm Pflanzen mit niedrigerem Ertrag.

Weitere Studien bestätigen diesen Verdünnungseffekt: Eine Studie von Davis et al. untersuchte 2004 den Rückgang von Proteinen und Vitaminen in 43 Gemüse- und Obstsorten und belegte einen Rückgang von durchschnittlich 6 % an Proteinen und 15-38 % an Vitaminen. 

Ekholm et al. haben 2007 in Finnland ebenfalls einen Rückgang an Nährstoffen in verschiedenen Pflanzen seit Mitte der 70er Jahre nachgewiesen. Untersucht wurden dabei 17 Gemüsesorten, 6 Beerenarten, 4 Getreidesorten und Äpfel. Rückgänge von Vitamin K, Magnesium, Zink, Kupfer, Calcium, Mangan, Eisen und Phosphor konnten belegt werden. 

Der genetische Verdünnungseffekt

Kurz nach der Jahrtausendwende haben gleich vier Wissenschaftler unabhängig voneinander den sogenannten genetischen Verdünnungseffekt nachgewiesen: Farnham 2000, Garvin 2002 Monasterio & Graham ebenfalls 2002 und Scott 2006.

Im Laufe dieser Studien wurden unter denselben Anbaubedingungen althergebrachte Gemüse- und Getreidesorten mit niedrigen Erträgen neben neuen Sorten mit hohen Erträgen angepflanzt. So konnten die Bodenbeschaffenheit, die Anbau- und die Klimabedingungen als Einflussgrößen auf den Verdünnungseffekt ausgeschlossen werden. Der einzige Unterschied waren die genetischen Merkmale des Saatguts.

Dennoch zeigten alle vier Studien einen negativen Zusammenhang zwischen Ertrag und Mineralstoffkonzentration. Die neuen ertragreicheren Pflanzen enthielten weniger Nährstoffe, als die alten ertragsärmeren. 

Das liegt mitunter daran, dass mehr Pflanzen sich die gleiche Menge Nährstoffe aus dem Boden aufteilen mussten. Und die geringere Pflanzendichte zwar weniger Ertrag brachte, dafür die Pflanzen sich umfangreicher mit Nährstoffen versorgen konnten.

Während früher der Verdünnungseffekt immer auf äußere Bedingungen wie Düngung, Bodenbeschaffenheit und Klima zurückgeführt wurde, zeigten diese Studien, dass der Verdünnungseffekt neben äußeren Einflüssen auch auf die Gene des Saatguts zurückzuführen ist. 

Ertragssteigerungen und moderne Anbaumethoden

Während der grünen Revolution in den 60er und 70er Jahren verdoppelten und verdreifachten sich die Erträge in den wichtigsten Anbaugebieten, insbesondere von Gemüse. 

Diese Ertragssteigerungen in Verbindung mit modernen Anbaumethoden führen also zu einer stetig abnehmenden Nährstoffkonzentration in Gemüse und Obst. Schuld daran sind sowohl der genetische als auch der umweltbedinge Verdünnungseffekt. Einerseits liegt die geringere Nährstoffkonzentration also bereits in den Genen des heutigen Saatguts, andererseits werden die enthaltenen Nährstoffe durch Düngung und moderne Anbaumethoden weiter verringert.

Welch und Graham zeigten 2004 in einer Studie, dass über drei Milliarden Menschen weltweit unter einem Mangel an Nährstoffen und Vitaminen leiden. Obst und Gemüse sind die wichtigsten Quellen dafür, daher ist ein Rückgang der gesunden Inhaltsstoffe in diesen Produktgruppen sehr problematisch und folgenschwer. 

Medizinische Beobachtung – Konsequenz für Sanopoly

In verschiedenen Praxen wurde über einen langen Zeitraum der Vitalstoffstatus erhoben, Symptome aufgenommen und der Anteil des Mangels bestimmt , der für bestimmte Symptome verantwortlich ist. So ergab sich ein Bild dessen was fehlt. 

Der Ansatz von Sanopoly war, genau diese Vitalstoffmängel die symptomatisch sein können, präventiv anzugehen und zu beheben. So entstanden Nahrungsergänzungsmittel und dietetische Lebensmittel, die in der Lage sind fühlbar, messbar und vollständig diese Mägel auszugleichen und präventiv zu wirken.


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Quellen:



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